Nachlese: Bibermanagement in NRW - Fachtagung in Kirchlengern (Ostwestfalen) am 30.03.2023

03. April 2023 | Biber

Nachlese: Bibermanagement in NRW - Fachtagung in Kirchlengern (Ostwestfalen) am 30.03.2023

Biber-Fachtagung in Kirchlengern 30.03.2023

Der Biber kehrt zurück, auch nach Nordrhein-Westfalen, seit einigen Jahren auch nach Ostwestfalen, und so war es nur konsequent, diese Fachtagung hier stattfinden zu lassen, im Kreis Herford. Auch wenn die Anreise für den/die ein:e oder andere:n etwas weit war, z.B. für Teilnehmende aus dem Kreis Düren, von „links unten“ nach „rechts oben“ von NRW. Bibermanagement: bei dieser Wortwahl kann man befürchten, dass es um Abschuss geht, denn genau das ist gemeint in Jägersprache mit „Wildmanagement“, bezogen auf Hirsche, Rehe und Wildschweine. Beim Biber sind wir noch lange nicht so weit. Es gibt in NRW zwei größere und zusammenhängende Populationen, im Kreis Düren, und am Niederrhein im Kreis Wesel. Und auch hier ist jeweils noch Raum, ökologisch gesehen, für eine weitere Ausbreitung der Reviere. Bei allen anderen Vorkommen handelt es sich um Einzeltiere oder kleine, sich gerade erst entwickelnde Populationen. Was Fachleuten klar ist: es ist nur eine Frage der Zeit, dass der Biber sich über Fluss- und Bachsysteme flächendeckend ausbreitet. Für Natur und Artenvielfalt ein Segen, denn er ist ein wahrer Ökosystem-Ingenieur. Absehbar ist aber auch, dass seine per Dammbau getätigte Landschaftsgestaltung nicht überall und bei jedem auf Zustimmung treffen wird. Wie mit diesem Konfliktpotential umzugehen ist und welche Möglichkeiten es gibt, diese Konflikte zu managen, das war das Fokus-Thema dieser Veranstaltung.

Begrüßt wurden die rund 80 Teilnehmenden von Eva Pier (NUA, Veranstalterin), Klaus Nottmeyer (Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford e.V., als „Hausherr“ für den Kreis Herford) und Lutz Dalbeck (Biologische Station Düren, als fachlicher Leiter). Ein Grußwort gab es von Rüdiger Meier, Bürgermeister der Stadt Kirchlengern, welcher sein Anliegen kund tat, den Menschen Natur und Umwelt nahe zu bringen, und selbst ornithologisch unterwegs ist. Keine schlechten politischen Voraussetzungen für den Biber in diesem Wahlkreis.

Dann ging es los mit den Fachvorträgen:

Verbreitung und Entwicklung des Bibers in NRW

Dr. Lutz Dalbeck, Biologische Station Düren

Zur Einführung gab es einen Überblick zur jüngeren Bestandsentwicklung von Lutz Dalbeck, welcher sich seit fast 20 Jahren mit der seit 1981 bestehenden „NRW-Biber-Keimzelle“ im Kreis Düren, im Einzugsgebiet der Rur, befasst. Laut Dalbeck gibt es Stand 2023 geschätzte 1.500 Biber in NRW, rund die Hälfte davon in der Großregion Düren. Das gab auch die gezeigte Verbreitungskarte wieder: die meisten Punkte waren links unten. Angesichts steigender Zahlen und landesweit überall aufpoppender Tiere stellte Dalbeck die Frage: Sind wir auf den Biber vorbereitet? Sind wir natürlich nicht, deswegen gibt es ja diese Veranstaltung.

Biber in Mittelwestfalen – subfossile und aktuelle Nachweise

Dr. Margret Bunzel-Drüke / Olaf Zimball, ABU Soest

Dass wir den Biber als Öko-Landschaftsarchitekten zurück haben wollen, da waren sich alle Anwesenden einig. In welcher Art und Weise der Biber über Millionen von Jahren unsere Landschaft tatsächlich gestaltet hat, bevor zunehmend verdrängt und im 19. Jahrhundert fast ausgerottet war (in Mittelwestfalen wurde der letzte Biber 1868 an der Möhne getötet), das können wir nur erahnen. Etwas genauer wollten es Margret Bunzel-Drüke und Olaf Zimball dann doch wissen und haben sich subfossile Spuren, also aus den letzten 12.000 Jahren, seit dem Ende der letzten Eiszeit, in ihrem Kreis Soest näher angeschaut. Dabei stießen sie auf subfossile Torfvorkommen, also Moorreste, an dafür unerwarteten Stellen. Ihre Vermutung: diese Moore sind durch die Anstauungen von Bibern entstanden. Und da Moore über einen langen Zeitraum entstehen, mehrere hundert bis tausend Jahre, wäre das ein Nachweis für die Langzeitwirkung des Bibers. Sicherlich spannend, in diese Richtung weiter zu forschen.

Biber versus Knabenkraut – Showdown auf der Ollen Wiese

Es gab aber auch Anschauungsmaterial aus der jüngsten Vergangenheit: als Beispiel dafür, mit welcher Dynamik man rechnen muss, wenn der Biber auftaucht, auch bei Naturschutz-Projekten. Konkret ging es um eine Naturschutzfläche, die „Olle Wiese“ bei Erwitte-Stirpe, die bislang als (Feucht-)Wiese gedacht und betreut wurde. Der sich selbst angesiedelte Biber hatte aber andere Pläne, setzte die Wiese kurzerhand unter Wasser, mit dem Effekt, dass der großflächige Bestand an Breitblättrigem Knabenkraut im Biberteich versunken ist. Ein anderer Effekt: die unter Wasser gesetzte Fläche hat eine Vielzahl von Wasservögeln angezogen, 12 statt vorher 2 Arten. Der Biber schafft also Fakten, auch im Naturschutz, aber eher aus Versehen, und mit anderen Prioritäten als Naturschützer. Jedenfalls muss man sich nicht mehr entscheiden, ob Orchidee oder Wasserralle, das hat bereits der Biber entschieden.

Über 20 Jahre Erfahrung im Umgang mit dem Biber

Jürgen Schieren, Wasserverband Eifel-Rur

Ziemlich pragmatisch wurde es beim Vortrag von Jürgen Schieren vom Wasserverband Eifel-Rur. Für ihn ist der Biber sozusagen ein Kollege, als Ingenieur, mit zum Teil konkurrierenden Konzepten, aber auch erstaunlichen fachlichen Leistungen. Als Wasserbau-Ingenieur hat Schieren v.a. dafür zu sorgen, dass rund ums Wasser in seiner Region alles passt (für die Menschen). Sprich, Hochwasserschutz. Damit hat er zwangsläufig mit dem Biber zu tun, wenn der z.B. einen Damm an einer Stelle baut, um einen Teich anzustauen, wo Schieren partout keinen haben will, weil sonst ein Regenrückhaltebecken rückstauen und eine Straße oder Ortschaft überfluten könnte. Manchmal ist es aber auch nur die Höhe eines Damms, teils wenige Zentimeter, auf die man sich einigen kann, von Kollege zu Kollege, damit es für beide passt. Dann muss der eine Kollege nicht gleich den ganzen Biberdamm abreißen, nur etwas abtragen, und zuweilen lässt es der andere Kollege auch dabei bewenden. Wenn nicht, dann kann das aufwendig werden, auch die Absicherung einer Uferböschung gegen Biber-Grabtätigkeiten unterhalb einer Wohnsiedlung habe ein „Schweinegeld“ gekostet.

Und all diese Maßnahmen müssen unter Berücksichtigung des gesetzlichen Naturschutzes erfolgen, denn der Biber ist eine geschützte Art, den man nicht einfach vergrämen oder „entnehmen“ kann. Da ist es nicht nur gut sondern sogar wichtig, dass Jürgen (Schieren) und Lutz (Dalbeck) sich inzwischen gut kennen und im Falle eines Falles die Kette der einzubeziehenden behördlichen Institutionen pragmatisch abkürzen können. Ein wesentlicher Aspekt, um Naturschutz und die Bedürfnisse der Menschen vor Ort unter einen Hut zu bekommen. Allerdings reiche das nicht aus, Schierens Einschätzung für die Zukunft, aufgrund der eigenen Erfahrung, nicht nur für die der Rur-Eifel: es werden erhebliche v.a. finanzielle Mittel nötig sein für vorbeugende Maßnahmen, sonst wird es noch teurer.

Erfahrung mit dem Biber in der Landwirtschaft - entfällt

Janik Brünker, Landwirtschaftskammer NRW

Das wäre ein spannender Beitrag gewesen, denn gerade in landwirtschaftlich geprägten Gegenden, wie dem Kreis Herford, reichen die Nutzflächen direkt an den Lebensraum des Bibers, Bäche und Flüsse, heran. Und da ist es für die Akzeptanz des Bibers entscheidend, inwieweit ein gefluteter Maisacker oder ein geplündertes Rübenfeld toleriert wird. Aber, bei passendem Wetter im März muss der Landwirt halt aufs Feld. Immerhin, der Wille ist da, man kommt oder bleibt im Gespräch, und die ersten Erfahrungen haben auch gezeigt, dass das Konfliktpotential gar nicht so groß ist, dann halt beim nächsten Seminar.

Ehrenamtlicher Ansatz für ein Biber-Management – die Biber AG des BUND

Justus Siebert, Biber AG BUND NRW

Was kann ehrenamtlicher Naturschutz leisten? Immerhin für den Biber werben, über eine Website, mit der Möglichkeit, Biber-Sichtungen zu melden. Und Biber-Botschafter:innen ausbilden. Und auf solchen Wegen (erste) Verbindungen schaffen, auf welche bei einem (künftigen) landesweiten Biber-Managements aufgebaut werden kann. Das es dann aber auch geben muss. Deswegen waren auch alle gespannt auf die Vorstellung des Biber-Managementplans NRW von Dr. Matthias Kaiser vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen). Nach der Mittagspause.

Exkursion zu Bibervorkommen an der Else

Mit Anna Brennemann und Jennifer Heermann, Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford e.V.

Nach einer Einführung zu den Biber-Vorkommen vor Ort ging es dann auch los ins Gelände. Zu Fuß, denn praktischerweise waren die nächsten Biber-Spuren nur 1,5 km vom Tagungsort entfernt. Vorbei an Kindergärten mit staunenden Kindern, die offenbar noch nie so viele Biber-Touristen gesehen hatten. Auf den ersten Blick sah das nicht nach einem Biber-Paradies aus: die landwirtschaftlichen Flächen reichen teilweise bis dicht an die Else ran, immerhin gibt es einige Gehölz- und Brachflächen im Uferbereich. Auf der anderen Seite dann aber die Begrenzung durch eine Bahnstrecke, und direkt dahinter Industrie- und Wohngebiet. Offenbar ist eine solche Kulturlandschaft für den Biber aber o.k., fragt sich nur, ob die Landwirte das auf Dauer auch so sehen.

Lutz Dalbeck sieht das aber gelassen, denn: Die Else ist breit genug, keinen Grund für den Biber, mühevoll einen Damm anzulegen um einen Acker unter Wasser zu setzen, es genug Wasser da zum abtauchen. Und auch die Schäden durch Ernteklau seien überschaubar, denn Biber seien  „gepflegte“ Nahrungsmittelverwerter. Zuckerrüben werden einzeln ausgegraben und gefressen, Maiskolben werden ebenfalls sorgsam abgeerntet. Anders als bei Wildschweinen und Nutrias, die ein eher chaotisches Schlachtfeld hinterlassen würden, mit wenig Sinn für effektive Nahrungsmittelverwertung. Zu dieser Jahreszeit halten sie sich aber eher an Weiden, von denen einige eindeutig von Bibern gefällt worden waren.

Stand des Biber-Managementplans NRW

Dr. Matthias Kaiser, LANUV

Gespannt sein durften alle auf die Vorstellung des seit einigen Jahren in der Mache befindlichen Management-Plans, seinerzeit angestoßen von der Biber AG (nicht zu verwechseln mit der vorher vorgestellten Biber AG des BUND). 40 Seiten umfasst dieser noch nicht fertig ausgearbeitete Plan bislang und enthält solche Ideen wie ein Biber-Paket im Vertragsnaturschutz und sie Sicherung von Flächen. Und anders als in Bayern soll es keine gesetzliche Verordnung zu Fang, Umsiedlung oder Töten geben. Der vielleicht entscheidende Punkt war jener der finanziellen Regelungen. Das LANUV könne diesbezüglich keine Versprechungen machen, so Kaiser, das liege in anderer Entscheidungsgewalt, beim Landes-Umweltministerium. Und auch die Koordination ist laut Kaiser noch nicht geklärt, es gebe Hinweise, dass sich der Dachverband der Biostationen daran beteiligen wolle. Immerhin, es gibt einen Plan A, der zwar noch nicht umsetzungsreif ist, aber es gibt Hoffnung.

Neue Erkenntnisse: Biber fördern Artenvielfalt! Mikrokosmos Biberdamm

Dipl.-Ing. agr. Sara Schloemer, Uni Essen

Jetzt wurde es nochmal wissenschaftlich, mit dem Vortragstitel:

Einfluss von Biberaktivitäten auf Habitate und Invertebraten in Mittelgebirgsbächen.

Für die nicht-Studierten unter uns: Habitate = Lebensräume, Invertebraten = Wirbellose (z.B. Insekten oder Krebstiere). Von der Artenvielfalt an und in Biberteichen hatten wir inzwischen alle schon gehört, Sara Schloemer & Team hatte sich aber explizit den Biberdamm vorgenommen. Genau genommen hatte sie 16 Dämme in der Rureifel unterschiedlicher Bauart und Größe beprobt. Ergebnis: so ein Biberdamm ist ein komplexes Sammelsurium verschiedener Mini-Biotope, der obere Bereich weist andere Bedingungen auf als der untere, und das Innenleben ist nochmal was anderes. Dementsprechend haben sich verschieden Kleinlebewesen an diese jeweiligen Bedingungen angepasst bzw. haben sich auf diese spezialisiert. Z.B. ein Käfer namens Dianous, welcher die flachen Wasserfilmflächen bewohnt, die sich nur an ganz bestimmten Stellen im Biberdamm bilden. Was dieser Vortrag nochmal deutlich gemacht hat: Erst mit der Rückkehr des Bibers haben wir die Chance zu begreifen, welch große Rolle er tatsächlich für unsere Ökosystem spielt, auch oder gerade im Kleinen.

Bibermanagement – Anforderungen aus wasserwirtschaftlicher Sicht

Dr. Armin Münzinger, LANUV

Dr. Münzinger startete mit einer kleinen Presse-Historie zum Biber-Management NRW, beginnend mit 2008 („25 Jahre Biber in der Eifel“), bis zur Biber-Tagung 2017 in Hamm, mit der dortigen Erkenntnis, dass noch keine abschließende Strategie des Landes NRW zum Umgang mit dem Biber vorläge. Also keine entscheidende Veränderung zu 2023. Aus seiner, also wasserwirtschaftlicher Sicht, gebe es die Anforderung, eine zentrale Management-/Anlaufstelle in NRW für den Biber einzurichten, um Behörden, Institutionen und Facheinrichtungen zu verbinden, für Erfahrungsaustausch und Kooperationen zu sorgen, auch mit den Nachbarländern (Niederlande, Belgien), denn Biber kennen keine Ländergrenzen. Also das was an Anforderungen über dieser Veranstaltung im Raume schwebte, nochmal zusammen gefasst und auf den Punkt gebracht.

Der Biber als Motor der Klimaanpassung

Dr. Lutz Dalbeck, Biologische Station Kreis Düren

Zum Abschluss nochmal Lutz Dalbeck mit dem Biber in Zusammenhang mit Themen, welche im öffentlichen Bewusstsein (zu Recht!) seit einigen Jahren eine gewichtige Rolle spielen: Klimawandel und seine Folgen: Dürre / Wassermangel, Hochwasser / Starkregen. Seine zentrale Aussage: der Biber kann solche Extrem-Ereignisse wie die Überschwemmungen durch den Starkregen im Sommer 2021 auch nicht verhindern, aber er kann die Spitzen abmildern. Indem er dank seiner Dämme und Teiche das Wasser in der Fläche zurück hält, es fließt nicht so schnell ab und hält länger in Dürrezeiten.  Bei Starkregenereignissen wird die Wucht der Fließgeschwindigkeit durch die Kaskaden von Dämmen abgemildert, das Wasser hat mehr Zeit sich zu verteilen. Das alles setzt jedoch voraus, dass es nicht nur ein paar Biber und deren Teiche gibt, es müssen schon viele sein. Für Dalbeck ist der Biber also kein Problem-Biber sondern bietet große Chancen, nicht „nur“ für die Artenvielfalt (Frösche, Libellen, Fische, Schmetterlinge, Orchideen,…) sondern auch für uns Menschen in Zeiten des Klimawandels.

Dazu gab es wissenschaftliche Studien, aus den USA, wonach die Wassertemperatur aufgrund der Biber-Aktivitäten gesenkt wurde, in einem Wüstenfluss (Bridge Creek), oder der Grundwasserstand erhöht wurde (Elk Island). Oder der Ellebach in der Eifel, der im Dürrejahr ausgetrocknet sei, nur an der Stelle hinter dem Biberteich nicht, wo sich die Fische hatten retten können. Deshalb ist für Dalbeck klar:

Bäche ohne Biber sind keine vernünftigen Bäche

Zu guter Letzt ließ er es sich nicht nehmen, ein paar Worte zu seinem Lieblingsthema zu verlieren, Libellen, z.B. zu der Zweigestreiften Quelljungfer, die ohne den Biber ein klägliches Schattendasein fristen würde.

Fazit

Der Biber kehrt zurück, und das ist gut so, für die Natur und unsere Umwelt. Aber auch eine Herausforderung, denn an die landschaftlichen Veränderungen, die der Biber mit sich bringt, müssen wir uns erst gewöhnen. Oder Kompromisse finden. Wie bei allen Naturschutz-Projekten gilt: die Akzeptanz seitens des Menschen ist entscheidend, ob ein Miteinander Biber – Mensch gelingt. Dafür braucht es ein ambitioniertes Biber-Management. Dass sich die Fachleute auf dieser Tagung da einig waren war erwartbar, jetzt muss die Botschaft nur noch beim Rest von NRW ankommen. Das ist die Herausforderung.

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